reflections

Wie schaut es aus?

Im letzten Blog (Neues Jahr - Neues Glueck? ) habe ich euch ein wenig etwas über meine momentane Arbeitssituation geschrieben und wollte euch nun etwas auf den Laufenden halten.

Wie ihr wisst, war ich diejenige gewesen, die ihren neuen Job gekündigt hatte. Nicht, weil er mir keinen Spaß gemacht hat. Sondern weil ich schon seit längerem immer wieder Nervenzusammenbrüche und andere Vorfälle passiert sind, mit denen ich einfach nicht mehr klar kam und am Ende einfach nicht mehr weiter wusste.

Ich wusste, ich brauche professionelle Hilfe.

Normalerweise ist es so, dass, wenn man selber kündigt, man von der Agentur für Arbeit eine dreimonatige Sperre an Arbeitslosengeld bekommt. Ich selber habe ich mit dem Job-Center über Wasser gehalten, die notfalls Einen finanziell unter die Arme greifen. Es gibt zwar nicht viel Geld, aber es reicht für Miete, Nebenkosten und Billig-Nahrung.

Um zu überprüfen, ob die dreimonatige Sperre bei mir auch in Kraft trat, musste ich einige ärtzliche Überprüfungen und psychologische Tests über mich ergehen lassen. Nichts Schlimmes also.

Dabei kam nicht nur heraus, dass meine Kündigung auf Grund meiner psychischen Gesundheit berechtigt war - NEIN ! - Es kam leider auch heraus, dass ich meinen Job in der Gastronomie niemals hätte machen dürfen, und fast 8 Jahre meines Lebens darin verschwendet habe, und ich wurde komplett für das gastronomische Gewerbe nun auf Lebenszeit gesperrt.

Einerseits war ich wirklich froh darüber, nie wieder solch einen undankbaren, schlecht bezahlten und vor allem stressigen Job mehr machen zu müssen.
Versteht mich nicht falsch. An sich mochte ich die Gastronomie. Aber es hing extremst von Kollegen, Vorgesetzten und teilweise den Gästen ab, ob die Arbeit Einen Spaß macht oder nicht. Was da teils hinter den Kulissen geschieht, ist wirklich kaum noch tragbar und ich wünsche wirklich Niemanden das, was ich erleben musste. Ich bete zum Himmel, dass ich einfach nur schlechte Betriebe gefunden habe und es nicht überall so ist.

Aber andererseits war die Nachricht auch ein Schlag ins Gesicht gewesen.
Ich mag zwar eher durch Zufall in die Gastro gekommen sein. Trotzdem hatte ich einen kleinen Traum entwickelt für den ich arbeiten wollte:
Ein eigenes kleines gemütliches Café
Nun muss ich diesen Traum aufgeben und muss versuchen, irgendwas anderes zu finden, was mich vielleicht zufrieden stellen wird.

Und hier kommt das nächste Problem:
Ich wurde nicht nur für die Gastronomie gesperrt, sondern auch für jeden Beruf, welcher:
- Schichtssysteme
- Nachtschichten
- Wochend- und Feiertagsarbeit
- Mehrarbeit und
- zu viel Stress beinhaltet.
Und nun findet mal einen Beruf, der das alles nicht vertritt. Gerade in der heutigen Zeit, wo Flexibilität und ständige Erreichbarkeit ein Muss geworden ist.

Meine Beraterin empfiehlt mir eine Umschulung für einen Büro-Job, weil etwas davon in meiner Grundausbildung vorhanden war. Ein Weg, der mir eigentlich wenig zu sagt.
Büroarbeiten sind an sich für mich in Ordnung. Allerdings langweile ich mich schnell, wenn ich nicht etwas abwechslungsreiches habe und in Bewegung bin. Außerdem befürchte ich, dass es nichts für mich sein wird, obwohl die Weiterbildungschancen sehr hoch sind.

Ob ich am Ende, in diese Richtung einschlagen werde, ist noch ungewiss. Büro-Jobs sind schlichtweg überbesetzt. Auf eine Stelle kommen bis zu 500 Bewerber und mehr.
Es wird also ein sehr harter Weg werden und ob ich mich da durchsetzen kann, obwohl ich ja "Stress und Mehrarbeit" vermeiden soll, ist auch noch eine andere Geschichte.
Da werde ich mich wohl nächste Woche mit meiner Beraterin weiter auseinandersetzen müssen.
Und da ich bis Juli für jede Art von Arbeit gesperrt wurde, hoffe ich, dass sie und ich bald einen Beruf für mich gefunden haben, der für mich passend ist.

Was die professionelle Hilfe angeht....

Ich warte noch immer auf einen Platz für eine ambulante medizinischen Reha. Plätze sind wirklich rar bei psychischen Problemen und ich befürchte, da wird dieses Jahr auch kein Platz so schnell für mich frei werden.

Ansonsten versuche ich auch eine Psychologin zu erreichen. Nur geht außer ihr AB Keiner an das Telefon ran, weshalb ich schon Nachrichten rauf quatsche. Aber anscheinend hält sie es nicht für nötig, mich mal zurück zu rufen, um ungefähr bescheid geben zu können, ab wann es mal mit einem Vorstellungstermin wird.

Momentan bin ich zum Glück bei einer anderen pschologischen Beraterin. Ich glaube, wenn sie mir nicht helfen würde - und sei es nur das Zuhören - wäre ich definitiv schon auf der anderen Seite des Lebens.
Hauptsächlich bin ich bei ihr wegen meines Abbruches vor anderhalb Jahren - 02. Juni 2016, um es genauer fest zu halten. Und die Sitzungen bei ihr sind wirklich anstrengend. Ich weine sehr viel und wir versuchen die damaligen Umstände zu erfassen. Was wir bisher heraus gefunden haben, trifft mich immer tiefer und lässt mich meine Entscheidung noch mehr denn je bereuen. Zumal ich über den Status der Trauer einfach nicht heraus zu kommen scheine, was sie sehr bedenklich und alarmierend findet.

Sollte Eine meiner Leser jemals schwanger werden und ebenfalls in den Genuss kommt, was sie machen soll - soll ein Abbruch von statten gehen oder nicht - hört bitte, bitte, bitte auf euer eigenes Gefühl. Denn damit werdet ihr immer goldrichtig liegen. Auch wenn der Kopf Bedenken äußert.

Wenn es Menschen in eurem Leben gibt, die euch zu einem Abbruch zwingen wollen, dann lasst diese Menschen links liegen. So sehr es euch auch schwer fallen wird, weil ihr diese Menschen liebt. Aber würden sie euch lieben, dann würden sie euch unterstützen. Ganz egal, für was sie das Richtige halten. Es ist nicht deren Leben. Sondern Eures!

Solltet ihr Angst haben, ihr kommt nicht über die Runden, dann geht zu Pro Familia und erst danach zu den Ämtern. Sie können euch nicht nur um so vieles besser beraten als die Ämter, welche euch so viel verschweigen. Sie unterstützen euch in so vielen Dingen, damit ihr eurem Kind ein schönes Leben schenken und ihr euch auch beruflich entwickeln könnt.

Ich bereue es wirklich aus tiefsten Herzen, dass ich für das Wohl Anderer, welche nicht mehr meinen Weg begleiten und auch nie weiter begleitet hätten (egal ob mit oder ohne Kind), zu einer Mörderin meines eigenen Fleisch und Blutes geworden bin.
Und ganz ehrlich, ich weiß auch nicht, wie ich mir jemals diese Tat verzeihen könnte. Ich hätte damals auf mein Herz hören sollen und nicht auf meinen Ex, der so oder so nie eine Verpflichtung an das Kind gehabt hätte oder auf andere Menschen, die mir das Mutter sein nicht gegönnt haben....

12.2.18 20:27

Letzte Einträge: Änderungen mit Schrecken, Rest in Peace, Ich bräuchte, da mal Hilfe von euch, Neue Gesetze, Neues Jahr - Neues Glück?

bisher 2 Kommentar(e)     TrackBack-URL


(12.2.18 22:08)
Ich weiß nicht, wie weit du dich damit auseinandergesetzt hast, aber nur eine Psychologin rufst du an? Weißt du, dass sie einen Platz für dich hat? Sonst würde ich ja eher 30 anrufen und schauen, ob jemand mir einen Termin geben kann.
Das mit der Sperre klingt ziemlich krass, mir war nicht bewusst, dass sowas möglich ist. Aber vielleicht findest du ja einen Bürojob, der nicht langweilig ist. Es gibt so viele Nischen, die auch ohne Schichtdienste usw. auskommen.


Narumi Hayao (12.2.18 22:43)
Ich antworte mal über die Kommentarfunktion und hoffe, das geht so in Ordnung.

Zu der Psychologin:
Ich versuche auch Andere zu erreichen. In meinem Umfeld gibt es nur leider beschränkte Auswahlen, was die Hilfe angeht und die Eine wird mir halt von allen empfohlen(Hausarzt, Krankenkasse, Deutsche Rentenversicherung, Agentur für Arbeit etc.), da sie für Fälle wie mich ausgebildet ist und nicht nur Teile, wie die Anderen, weshalb ich es bei ihr am Meisten versuche, da endlich wenigstens mal wenigstens ein Kennenlern-Termin zu bekommen. Das Psychologen allgemein Warteschleifen von 6 Monaten bis 2 Jahren haben, kenne ich nur zu gut. Aber bisher waren die Termine, für wenigstens zum Kennenlernen sehr zeitnah.

Die Bürojobs:
Ich hoffe sehr, dass ich da etwas finden werde, weshalb ich auf das nächste Gespräch gespannt bin. Einige Büro-Jobs habe ich mir rausgefiltert, die für mich interessant klingen.
Wenn du weitere Berufe kennst, außer Büro, die sich anbieten würden.... Ich bin sehr dankbar für jeden Vorschlag

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