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Hallo meine lieben Mitleser, es freut mich sehr, dass ihr auf meine Blogger-Seite gefunden habt und ich hoffe, es gefaellt euch hier. Dieser Blog dient dazu, meine Gedanken mit euch zu teilen ♥

Alter: 30
 


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Teilen oder nicht teilen?

Ich weiß momentan nicht wirklich, was ich euch schreiben soll und was nicht. Ich möchte zwar Vieles mit euch teilen. Meine Gedanken und Gefühle. Meine Erlebnisse. Aber es gibt oft auch Dinge, die ich wohl besser für mich selber behalten und in mein eigenes Tagebuch schreiben sollte. Etwas, was ich auch tue.
Nun bleibt aber die Frage, was ist nicht so intim, dass ich es mit euch teilen kann? Denn alles, was mit mir zu tun hat, sollte ich für mich behalten. Trotzdem möchte ich mich auch euch mitteilen, um euch zu zeigen, was mich so beschäftigt.
Wie findet man also die Grenze? Die Grenze zwischen Privat und Öffentlich?

Vielleicht findet ihr die Antwort und teilt sie mir mit?

Für die nächsten Zeilen muss ich euch warnen, dass es TRIGGERN kann!
Wenn ihr also von der Psyche her nicht wirklich stabil seid, bitte ich euch, hier das Lesen einzustellen. Denn ich möchte für Nichts verantwortlich gemacht werden, dass ihr euch selber antun könntet. Denn das Folgende beschreibt mich und meine Krankheit. Danke!
Für die, die hier weiter lesen möchten, bitte ich euch darum, dass ihr mich nicht verurteilt. Ich habe das Gefühl, dass ich mich diesbezüglich einfach mitteilen sollte, um auch mir ein wenig zu helfen und vielleicht einen Schritt vorwärts in meinem Leben zu gehen. Und sei es nur ein klitzekleiner winziger Schritt.

Meine momentanen Gedanken kreisen eher um mich selber:
Was ist falsch mit mir?
Warum bin ich so dumm?
Warum kann ich nicht normal sein wie jeder Andere auch?
Warum muss ich so viel nachdenken?
Was muss ich tun, um so zu sein, wie man mich haben möchte?
Warum kann ich nicht mir selbst genügen?
Solche Fragen und ähnliche kreisen ständig in meinem Kopf umher. Und ich werde dabei fast wahnsinnig. Ich kann einfach nichts gelassen nehmen. Situationen, in der Andere desinteressiert die Schulter gleichgültig zucken lassen, lassen mich auf Hochtouren nachdenken. Wo habe ich einen Fehler begangen? Was kann ich dagegen tun? Wie mache ich es besser?
Es ist zum verrückt werden!

Als ich ungefähr 20 war, hatte man mir offiziell mitgeteilt, dass ich nicht nur unter der Krankheit Borderline Syndrom leide, sondern auch unter Depressionen (Bipolare Störung). Krankheiten, die ich schon recht früh ironischerweise selbst an mir diagnostiziert hatte, weil ich mich einfach nicht als "normal" befand und wissen wollte, was mit mir los ist.
Zu der offiziellen Diagnose kam ich auch nur per Zufall als meine jüngste Cousine eine SMS falsch interpretiert hatte und meine Mutter benachrichtigt hatte. Dadurch wurde ich in eine Psychiatrie zwangseingewiesen und bekam so die Bestätigung meiner Vermutung.
Es half mir nicht wirklich, zu wissen, dass ich anscheinend Recht hatte. Im Gegenteil.

Nachdem ich entlassen worden bin, hatte ich einen extremen negativen Schub gehabt und war kurz vor meinem ersten Selbstmordversuch. Ich hatte mich ziemlich an meinen Unterarmen ausgetobt und lag dabei in der Badewanne voller warmen Wassers. Ich hatte schon gespürt, wie meine Kräfte mich verließen und meine Augen schwerer wurden. Der Grund, warum ich das blutdurchtränkte Wasser dann verlassen hatte, war der, dass mir kotzübel wurde. Ich habe keine Ahnung, wer behauptet hat, dass man beim verbluten schläfrig wird und einschläft. Derjenige scheint bekloppt zu sein und versucht wohl ein Märchen aufzutischen. Ich wurde das nicht. Im Gegenteil. Ich habe noch heute diesen widerwärtigen Geschmack im Mund, wenn ich nur daran denke. Dieses Gefühl, jeden Moment mich übergeben zu müssen und Bekanntschaft mit den Fliesenboden zu machen. Das war wirklich nur abartig.
Ich war an den Tag alleine Zuhause gewesen - so wie ich es immer den Großteil meiner Zeit war und bin. Daher musste ich mich selber versorgen und habe mich um meine Wunden gekümmert. Eigentlich hätte ich genäht werden müssen, aber ich wollte deswegen nicht zu einem Arzt.

Nach dieser Aktion und der Psychiatrie hatte meine Mutter mit mir einige Psychologen besucht und auch irgend so eine Hypnotiseurin, damit ich Hilfe bekomme.
Ich sah das alles auch ein. Allein, weil ich selber wusste, wenn ich keine Hilfe bekomme, werde ich wohl nie normal sein.
Aber egal bei wem wir waren. Ich habe mich nie wohl gefühlt oder gar verstanden. Mir fehlte eine gewisse Seite, die mir verriet, dass mich der Mensch vor mir nicht verurteilt. Das sie mich alle verurteilt haben, konnte man nur zu deutlich an deren Blicken erkennen. Und diese Blicke konnte ich einfach nicht ertragen. Es hinterließ ein Gefühl als hätte ich ein schwerwiegendes Verbrechen getan. Einen Menschen gefoltert und getötet. im Grunde tat ich es ja auch. Ich folterte mich und begann allmählich mich selber zu töten.

Im Endeffekt habe ich keine Hilfe mehr bekommen und hatte mich selber immer mehr abgekapselt. Versuchte mich auf diversen Seiten wie zb. rotetraenen.de mir Hilfe zu suchen. Aber dafür fühlte ich mich zu gesund, wenn ich die Leidensgeschichten Anderer gelesen hatte. Im Gegensatz zu anderen Betroffenen wirkte ich wie ein kleines verzogenes Gör, dass nach Aufmerksamkeit verlangte.
Und so fühle ich mich auch heute noch.

Noch immer kapsel ich mich von alles und Jeden ab, sobald ich einen negativen Schub bekam. Es ist nicht so, dass ich nicht mit Jemanden reden will oder möchte. Ich kann es einfach nicht. Sobald ich versuche, mich Jemanden mitzuteilen, finde ich nicht die richtigen Worte, um beschreiben zu können, was in mir vorgeht. Wie kann ich ein Gefühl beschreiben, was gesunde Menschen nicht nachvollziehen können? Es nie erlebt haben? Ein derart negatives Gefühl, was die eigenen Gedanken blockiert und in ein Karussell versetzt, aus der es kein Entkommen gibt. Das so endlos wirkt?

Oft sitze ich Zuhause irgendwo in einer Ecke, habe meine Beine angezogen und schaukel mich hin und her. Vor und zurück. So etwas dauert Minuten oder gar Stunden. Ich spüre diesen Drang, mich selbst verletzen zu müssen. Aber jedes Mal muss ich gegen diesen Drang ankämpfen, weshalb meine Hände auch zu zittern beginnen. Oft weine ich dabei oder halte mir irgendwann die Ohren zu. Denn zu dem Drang und dem negativen Gefühlen, wird auch eine Stimme immer lauter:
Warum bist du noch hier?
Warum wurdest du überhaupt geboren?
Niemand will dich bei sich haben!
Alles wird besser, wenn du nicht mehr da bist!
Du bist der Schandfleck deiner Familie!!
Stirb doch endlich!
Nicht dein Bruder hätte sterben sollen, sondern du!
Du bist Nichts wert!
Warum wunderst du dich noch, dass Niemand etwas mit dir zu tun haben will?
Du bist so widerlich, abartig und dumm!
Nichts bekommst du auf die Reihe!

Es ist hart gegen solche Gedanken anzukämpfen. Denn ich möchte nichts mehr, als diesen Gedankengängen nachzugeben und es beenden. Es interessiert im Grunde ja auch wirklich Keinen.
Sicher, Einige sagen immer "Mich interessiert es durchaus! Rede mit mir! Ich bin für dich da!" und ähnlichen Shit.
Es ist nicht so, dass ich solchen Menschen nicht dankbar bin, wenn sie sich Gedanken machen. Aber das Problem, was ich immer dabei habe, ist der, dass es irgendwann Keinen interessiert, wenn er zum dritten Mal die selbe Geschichte hört oder wenn die Probleme Dinge sind, die er selber für unwichtig ansieht, da es immer Schlimmeres gibt. Letzteres streite ich auch nicht ab. Es gibt sehr viele schlimme Dinge im Leben, in der Andere mehr leiden als man selber.
Und ich weiß durchaus, dass ich mich glücklich schätzen sollte, für das, was ich habe:
Ein Haus über den Kopf, genug Geld zum Leben, einen Job und zwei wundervolle Kater.
Ich kann auch Niemanden dafür beschuldigen, wenn er die Nase voll von so etwas hat. Dafür habe ich keinen Grund. Denn das, was mich ausmacht - diese Krankheiten - sind mein eigenes Problem und damit sollte Niemand belastet werden, der nicht das fühlt, was ich fühle.

Tja.... Nun fragt ihr euch sicher, warum ich noch lebe, wenn meine Welt eine endlose Spirale abwärts in die Negativität meiner Gefühle ist. Die Frage ist leicht zu beantworten.

Ich möchte leben und das Leben endlich aus der Sicht eines gesunden Menschen erleben.

Und hier beginnt bei mir der Punkt an der ich immer scheitere. Wie sehen gesunde Menschen ihre Welt? Wie schafft man es, Erlebnisse mit einem Schulter zucken abzutun? Wie kann Einem es egal sein, wenn Jemand gerade sauer oder gar enttäuscht von Einem ist?
Ich selber kann das nicht... Mein Kopf beginnt immer zu rattern. Selbst an guten Tagen. Ich will dann immer wissen, was ich falsch gemacht habe, dass der Andere mich ignoriert. Ich möchte wissen, warum es demjenigen egal ist, während es mich tagelang beschäftigt und einen fahlen bitteren Geschmack hinterlässt.
Selbst bei Nichtigkeiten hoffe ich immer, dass Jemand zu mir kommt, mich in die Arme nimmt und sagt "Alles ist gut!". Aber wie sollte derjenige das tun? Und warum? Für ihn ist das Thema erledigt und in dessen Augen mache ich aus einer Mücke einen Elefanten. Aus einer Nichtigkeit mache ich etwas Wichtiges und Unrealistisches...

Wie macht ihr das, dass es eine Nichtigkeit eine Nichtigkeit ist und bleibt?

26.6.17 12:47, kommentieren



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